GL8 - Einsatz Messerbalken, Motormäher, Handmahd o. Ä.
Definition
Bei der Mahd werden Geräte wie ein Messerbalkenmähwerk ohne Aufbereiter, ein Freischneider oder ein Motormäher eingesetzt. Auch die Mahd per Hand mit der Sense kann hier angerechnet werden. Handgeführte Mulchgeräte sind dagegen nicht zulässig. Die Bewertung bezieht sich auf den prozentualen Anteil am gesamten geschnittenen Jahresaufwuchs.
Bepunktung
0,8 Punkte je 1 % des Jahresaufwuchses, der durch Schnittnutzung gewonnen wird.
Geeignete Standorte
Wiesen und Mähweiden. Insbesondere artenreichen Flächen mit vielen Blütenpflanzen, etwa auf mageren bis mittleren Standorten, da hier auch viele Insekten vorkommen. Sehr sinnvoll zudem auf Flächen mit Amphibienvorkommen, etwa Feuchtgrünland oder Flächen, die Gewässer angrenzen.
Wem nützt es?
- Schonung von Tieren, die sich zum Zeitpunkt der Mahd im Grünland aufhalten: Darunter Insekten (z. B. Heuschrecken), Amphibien und Reptilien
- Es profitieren insbesondere Tiere mit geringem Fluchtverhalten oder geringer Mobilität sowie Tiere in Ei- oder Larvalstadien. Verlust durch Rotationsmähwerke (Scheiben-, Kreisel- oder Trommelmähwerke) sind bei Amphibien 2 bis 3 so hoch und bei Heuschrecken 3 bis 4 mal so hoch wie bei Messerbalkenmähern.
Tipps und Umsetzungsideen
Idealweise Hochschnitt durchführen (> 12 cm). Das schützt Tiere am Boden wie Amphibien und Gelege von Bodenbrütern. Zudem können Bodenbrüter nach der Mahd schneller neue Nester anlegen.
Geeignet insbesondere für mittlere Standorte, bei sehr mageren Flächen kaum wirtschaftlich, sehr produktive Flächen mit dichtem Bewuchs sind kaum besiedelt.
Häufige Fragen
Wie praktikabel ist die Anschaffung und Nutzung eines Messerbalkenmähwerks in der landwirtschaftlichen Praxis?
Vorteile:
- Deutlich niedrigerer Kraftstoffverbrauch (weniger als 1/5 des Dieselverbrauchs in Vergleich zu Rotationsmähwerken)
- Einsatz von Treckern mit geringer Leistung mögich (2 PS Leistung pro Meter Arbeitsbreite reichen aus)
- Erzeugung von sauberem Futter durch sauberen Schnitt
- Geringere Pflanzenverletzung, dadurch auch besserer Wiederaufwuchs
- Vergleichsweise leise und kompakt
- Je nach Modell und Hersteller Möglichkeit des Hochschnitts (ggf. Sonderanfertigung der Kufen dafür notwendig)
Nachteile :
- Höherer Pflegeaufwand, Messer müssen regelmäßig geschliffen und gerichtet werden (nach etwa 30-60 ha je nach Modell und Aufwuchs). Anschaffung Schleifvorrichtung mit bedenken.
- Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten
- Geringere Mähleistung/Stunde durch niedrige Fahrgeschwindigkeit (Stundenleistung 5-7 ha) - allerdings ist die Flächenleistung moderner Messerbalkenmähwerke deutlich höher als bei früheren Modellen.
Finanzierung:
- In einigen Bundesländern wird die Nutzung/Anschaffung von Messerbalkenmähwerken gefördert.
- Wenn eine betriebsindividuelle Anschaffung nicht sinnvoll erscheint, ist auch das Leihen eines Messerbalkenmähwerks denkbar, bsp. beim Maschinenring, Bauhof, Wasserwirtschaftsverband oder Grünflächenamt der Kommune. Um Kosten einzusparen ist auch die gemeinsame Anschaffung oder Kooperation mit benachbarten Betrieben eine Möglichkeit.
Weiterführende Links
ABC der Landwirtschaft - Messerbalkenmähwerk