A14.1 - Besonders wertvolle mehrjährige Blühstreifen/-flächen

Definition

Zur Anlage einer besonders wertvollen mehrjährigen Blühfläche muss eine Mischung gesät werden, die mindestens fünfzehn verschiedene Blühpflanzenarten enthält und zu mindestens 30 % aus Regiosaatgut besteht. Ein Umbruch der Fläche darf erst ab Mitte März des übernächsten Jahres nach Aussaat erfolgen. Eine Pflege ist grundsätzlich erlaubt aber auf einmal pro Jahr zu beschränken. Die Bewertung erfolgt gemessen am prozentualen Anteil der Maßnahmenfläche zur gesamten Ackerfläche.


Bepunktung

11 Punkte je 1 % Ackerfläche.


Geeignete Standorte

Gesamte Ackerfläche. Starke Beschattung vermeiden (durch südseitigen Wald). Bei Vorkommen seltener Ackerwildkrautarten sollte auf eine Einsaat verzichtet werden. Auf das Vorkommen solcher Arten insbesondere auf ertragsschwachen / in den letzten Jahren extensiv bewirtschafteten Äckern achten. Flächen mit hohen Beikrautdruck sind weniger gut geeignet für Einsaaten mit Regio-Saatgut.


Wem nützt es?
  • Förderung Blütenpflanzen, einige Arten blühen erst im zweiten Standjahr
  • Nektar und Pollen für Wildbienen, Schmetterlinge und anderen Insekten
  • Eine höhere Zahl unterschiedlicher Blütenpflanzen bietet mehr Insektenarten Nahrung (spezialisierte Insekten sind auf bestimmte heimische Pflanzenarten angewiesen)
  • Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten
  • Nahrung und Rückzugsort für Vögel und Niederwild

Tipps und Umsetzungsideen

Bitte beachten: Falls Sie auf der betreffenden Fläche Maßnahmen im Rahmen der Öko-Regelungen, Agrarumweltmaßnahmen oder Vertragsnaturschutz umsetzen, gehen die dort geltenden Vorschriften vor. Prüfen Sie, ob sich die Regelungen mit der hier geltenden Definition vereinbaren lassen.

  • Je breiter der Blühstreifen desto besser, um Vögeln und Kleinsäugern Schutz zu bieten
  • Blühflächen mit längeren Standzeiten haben ein höheres Potenzial zur Förderung der Artenvielfalt. Entsprechende Mischungen enthalten meistens mehr Pflanzenarten und bieten Nahrung für eine größere Zahl heimischer Insektenarten. Auch im Winter stellen sie Lebensräume für Feldvögel und Insekten dar und entwickeln insgesamt einen höheren Strukturreichtum.

Zusammensetzung der Mischung:

  • Saatgutmischungen speziell für „mehrjährige Blühstreifen“, „Buntbrachen“, „Wildäsung“. Je mehr Arten desto besser.
  • Es empfiehlt sich, eine an den Standort angepasste Mischung auszuwählen und die enthaltenen Arten auf Fruchtfolgeverträglichkeit zu prüfen.
  • Bei dieser Maßnahme ist die Verwendung von Regiosaatgut gebietsheimischen Ursprungs vorgesehen

Hinweis zum Einsatz von konventionellem Saatgut in Blühmischungen

  • Grundsatz: Bio-zertifiziertes Saatgut ist vorgeschrieben.
  • Ausnahme: Wegen der geringen Verfügbarkeit von Bio-zertifiziertem Regiosaatgut ist der Einsatz von konventionellem Regiosaatgut möglich. Die Vorgehensweise unterscheidet sich aber je nach Bundesland. Hintergrund: Einzelne Wildpflanzenarten sind ggf. in Bio verfügbar. Im Handel zu erwerbende fertige Blühmischungen aus Regiosaatgut und Kulturarten sind aber meist konventionell.
  • Fragen Sie bei Unsicherheit bei Ihre Kontrollstelle nach, bevor Sie konventionelles Saatgut einsetzen. Die Nutzung der Datenbank organicXseeds ist erforderlich, um Verfügbarkeiten zu prüfen und die notwendigen Nachweise zu erhalten. Ihre Kontrollstelle kann Sie über die richtige Vorgehensweise und Nutzung von oXs informieren.

Anlage:

  • Bereiten Sie ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbeet.
  • Regiosaatgut wird meist nur aufgestreut (Angaben des Herstellers beachten). Die Mischung kann für eine gleichmäßigere Verteilung auf der Fläche mit Schrot gestreckt werden.
  • Nicht zu dicht aussäen, um am Boden lebenden Arten Bewegungsfreiheit zu bieten.
  • Anwalzen fördert den Bodenschluss und die Keimung
  • Einsaatzeitpunkt variabel je nach Standort, Witterung und Saatgutmischung, Angaben des Herstellers beachten.

Pflege:

  • Bei starkem Auftreten von unerwünschten Beikräutern/Ausfallgetreide kann ein Schröpfschnitt sehr sinnvoll sein (nach dem Auflaufen der Blühmischung, aber vor der Samenreife der unerwünschten Arten). Ein höher gestelltes Mähwerk schont die Jungpflanzen der Blühmischung.

Jährliche Pflege möglich:

  • Am besten immer nur Teilbereiche Mähen und zumindest Teilflächen über den Winter stehen lassen.
  • Es ist besser zu Mähen mitsamt Abtransport des Mahdguts anstatt zu Mulchen, da eine deckende Mulchschicht zu schnell zu einer Vergrasung führen kann.
  • Falls möglich, insektenschonend mähen: Ohne Aufbereiter und falls vorhanden bsp. mit Balkenmähwerk / Motormäher.

Häufige Fragen

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